Keine Angst, das ist weder ansteckend noch ein Zauberspruch – und essen kann man es übrigens auch nicht. Nein. Das heisst „Herzlich willkommen!“ auf Indonesisch. Ich möchte euch hiermit gerne auf ein fantastisches Inselhopping westlich von Bali mitnehmen.  Aber fangen wir ganz von vorne an…

Die Reise startete mit Qatar Airways von Frankfurt über Doha nach Bali und von Bali ging die letzte Etappe mit Garuda Airlines nach Lombok. Auf Bali ging das Abenteuer auch schon direkt los! Mein Gepäck war das letzte auf dem Fließband, welches fürchterlich lange auf sich warten ließ.

Bei drei Stunden Umstiegszeit wäre das alles kein Problem gewesen, wäre das Terminal für den Weiterflug nicht hunderte Meter entfernt gewesen. Mit dem Gepäck auf dem Rücken, unter dem Arm und rollend neben mir, hechtete ich wie Familie Mc Callister aus Kevin allein zu Haus durch den balinesischen Flughafen.

Endlich am Schalter im Nebengebäude angekommen sagten mir drei Damen vom Garuda Airlines-Schalter: „Sorryyyyy, we closed.“ Ähm, NEIN?! Ô.o Mit Händen und Füßen, bitten und betteln haben Tik, Trick und Track dann tatsächlich noch den Schalter geöffnet.

Eine Dame bearbeitete meinen Koffer, die Zweite haute in die Tasten des PCs und die Dritte telefonierte wild gestikulierend mit dem Shuttle-Busfahrer, der mich nur einige Minuten später zur Maschine düste, die schon auf dem Rollfeld auf mich wartete. #peinlich #facepalm #sorryfornotsorry

Patschnass geschwitzt, jedoch mit einem breiten Grinsen verliess ich Bali in den Nachthimmel und erreichte Lombok nur 45 Minuten später. Dort auf dem überschaubaren Flughafen lief alles wie am Schnürchen und ich war nach ca. 20 Minuten vom Flieger – mit meinem Gepäck! – im Taxi in Richtung D’MAX Hotel.

Unweit vom Flughafen Lomboks erwartete mich ein freundliches Zimmer inklusive Gecko-Weckruf am darauf folgenden Morgen: „WÄ-HOO!“

Gut gestärkt nach einem nationalem Frühstück wurde ich von einem bereits vorher gebuchten Privat-Shuttle abgeholt. Jetzt ging es eeendlich zu meinem Hotel auf eine der kleinen Gili Islands.
Dachte ich zumindest…

Im Van wartete ausserdem noch der Reiseleiter auf mich. Dieser erzählte mir auf gebrochenem Englisch, dass wir früh dran sind und wir gerne noch einen Abstecher in ein Sasak-Dorf machen könnten, immerhin läge dies „on our way, on our way“.

Ok Christian, zu verlieren hast du nichts – schau es dir an, falls es eine Kaffeefahrt wird, kaufst du einfach nichts. Ich muss leider zugeben, dass ich etwas zu voreingenommen war und mit Schlimmeren gerechnet habe.

Nach ca. anderthalb Stunden verliess ich das Dorf der Einheimischen mit einem handgemachten Seidenschal, einem von mir selbst getöpferten Aschenbecher (ich kann einfach nicht töpfern – deshalb: Kugel formen, mit der Faust drauf hauen, Ränder nach oben formen und TADAAA! Ein Aschenbecher!) vielen Fotos und einem guten Gefühl, etwas mehr als tatsächlich verhandelt, gezahlt zu haben.

Vorbei an Palmenwäldern, Reisfeldern, und durch kleine Ortschaften ging es entlang der kurvenreichen Küstenstrasse bis Pamenang, wo das Transfer-Boot schon auf mich und weitere bereits wartende Touris auf den sanften Wellen schaukelte.

Nachdem sich zwei Kerle mit meinem Gepäck abrackerten, war ich froh, dieses direkt neben mir TROCKEN auf dem Boot begrüssen zu dürfen. Nach ca. 15 Minuten Überfahrt erreichte ich endlich Gili Trawangan.

Die Insel wird bei den Bewohnern auch vereinfacht „Gili T.“ (ohne das Tralala hintendran) genannt. Auf Gili T. angekommen wartete das Hotel Vila Ombak mit seinen traditionellen zweistöckigen Hütten mit Badezimmer im Freien auf mich – ein absoluter Zaubertraum!

Mit zwei Pools inklusive Pool-Bars, umringt von Frangipani-Bäumen, liess ich hier in der Anlage oder am Traumstrand für die ersten drei Tage tagsüber die Seele baumeln, abends schnappte ich mir entweder ein Fahrrad für einen Besuch der anderen Inselseite um einen atemberaubenden Sonnenuntergang vor der Vulkankulisse Balis mit einem leckeren Bintang-Bier zu geniessen oder ich flanierte die Strandpromenade entlang um Souvenirs für meine Liebsten zu Hause zu finden oder unter anderem fangfrischen Fisch auf dem Nachtmarkt zu essen.

Auf die nächsten drei Tage freute ich mich ganz besonders – Bali erwartete mich, um genauer zu sein Ubud, das kulturelle Herz der Insel.

Schon ganz  früh morgens wartete ich schaukelnd in meiner Hängematte auf meiner Terrasse unter meinem Schlafzimmer. Hier übernachteten auch zwei mittelgroße Eidechsen (Tokehs gennant), die mich vor Ameisen, Mücken und anderen Plagegeistern mit vollem Bauch beschützten.

Mit einem Cidomo (kleiner, zweiachsiger Pferdekarren) wurde ich zum nördlichen Teil des Strandes gefahren um nach zwei Stunden extra Wartens auf die kleine Touri-Fähre nach Bali zu klettern. Durch Hohen Wellengang und viel Verkehr auf Bali kam ich mit ca. sieben Stunden Verspätung in meinem Hotel in Ubud an.

Sichtlich genervt, da mir sehr viel Zeit flöten ging, stolperte ich mit meinem Gepäck zur Rezeption des „Pertiwi Bisma 2“ und wurde durch ein Suite-Upgrade dann doch noch aufgeheitert. Umgezogen und frisch gemacht, machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt Ubuds. Ca. 1,5 Km Fußmarsch trennten mein Hotel von der Hauptverkehrsstrasse Ubuds.

Keine Entfernung für mich und ausserdem kann man zu Fuss noch besser Eindrücke sammeln. An jenem Abend liess ich das Nachtleben Ubuds einfach mal auf mich einprasseln. Nach kurzer Zeit gewöhnte man sich recht schnell an die häufigen Fragen hunderter Mofa-Anbieter „Moped? Moped? Moped?“ Erinnerte mich irgendwie an den Witz mit der Ente („Hast du Brot?“)… Ich fand ein landestypisches Restaurant und liess es mir für wenige Taler richtig gut gehen.

Suppe, Salat, Spiesse – alles war köstlich, frisch und freundlich angerichtet. Kugelrund und hundemüde verliess ich die Hauptstrasse, buchte noch eine Raftingtour für den nächsten Tag bei einem lokalen Anbieter und bereute diese auch absolut nicht, wie der nächste Tag zeigte. Jedoch fiel ich zunächst wieder gut im Hotel angekommen und frischgeduscht in einen tiefen Schlaf… Morgens weckten mich noch vor dem gestellten Wecker merkwürdige Geräusche.

Kennt ihr das, wenn man die Aussengeräusche in den Traum mit einarbeitet? Gruselig! Es stellte sich heraus das Affen lautstark durch den gegenüberliegenden Wald turnten. Vom Balkon aus konnte man dann das ein oder andere Äffchen schattenhaft durch den morgendlichen Dschungel flitzen sehen. Nach dem Frühstück legte ich noch vor dem Rafting einen spontanen Besuch auf dem Wochenmarkt Ubuds ein. DAS nenne ich mal Reizüberflutung. Lärm, Farben, Gerüche, Gedränge bis es mir dann doch zu viel wurde und ich am Lotus Tempel Puri Saraswati wunderschöne Fotos in friedlicher Umgebung machte. Etwas später beim lokalen Anbieter angekommen wurde ich zum Rafting-Treffpunkt gefahren und mit Helm und Schwimmweste ausgestattet. Per Truck ging es dann in kleinen Gruppen zum Startpunkt des Raftings und von dort aus durch den Dschungel im Gänsemarsch runter zum Ayung River.

Hier wurden wir abermals aufgeteilt und hatten auf einem 15 Km wilden Ritt unheimlich viel Spaß in den gelben 8 Mann-Booten. Vorbei an Wasserfällen, unter Lianen hindurch und über Stock und Stein immer mit dem Vulkan Mount Agung im Rücken rauschten wir den Fluss herunter.

Zum Abschluss gab es ein tolles Buffet, als wir wieder am Treffpunkt ankamen. Das war dann aber auch die längste Pause des Tages, denn ich hatte ja viel vom verloren gegangenen Vortag aufzuholen!

Zurück im Hotel habe ich dann ein paar Fotos von der tollen Hotel-Anlage gemacht, mich umgezogen und bin dann gespannt zum Sanctuary Monkey Forest marschiert um die dort lebenden Affen ganz klischeehaft mit Bananen zu füttern.

Kurze Zeit später heuerte ich einen Taxifahrer an, er möge mich doch bitte nach Tegalalang zu den berühmten Reisterassen fahren – gesagt, getan. Ein spektakuläres Farbenspiel bot sich mir, als die Sonne über der Schlucht unterging und alles in ein Postkartenmotiv verwandelte. Hier verweilte ich eine knappe Stunde, zu meinem Erstaunen wartete der Taxifahrer die ganze Zeit im Wagen auf mich. Zum Glück fuhr er nicht auf Zeit! 😀

Schon auf dem Weg nach Ubud knurrte mir gehörig der Magen, sodass der Taxifahrer und ich oft lachen mussten. In Ubud angekommen entschied ich mich für ein süßes kleines Restaurant, auf welches ich schon am Vortag nicht nur ein Auge geworfen hatte. Hier aß ich hervorragend unter einem großen Baum der mit Lampions behangen war, manche mögen es Kitsch nennen – für mich war es ein perfekter Ausklang auf Bali.

Schon auf dem Weg zurück ins Hotel drückte man mir einen Flyer für eine Musik- und Tanzshow in die Hand. Hier sollten unweit in einem kleinen Open Air-Theater just am heutigen Abend eine Vorstellung aufgeführt werden. Da ich gerne unter dem Moto „Nimm alles mit was geht“ in den Urlaub fahre, besuchte ich nun dann wirklich abschliessend diese Show in der traditionelle Tänze und Gamellan-Musik vorgetragen wurden. Und ich muss sagen „Danke für den Flyer, für mich hat es sich gelohnt!“

Am nächsten Tag trat ich die Rückreise nach Gili T. an, die zum Glück diesmal weniger lang dauerte. Die weiteren Tage verbrachte ich wieder in meinem bereits erwähnten Hotel Vila Ombak, am Strand und bewaffnet mit Flossen und Schnorchel unter Wasser des Pazifiks. Doch ich wollte mee(h)r!

In den folgenden Tagen besuchte ich Balis großen Bruder Lombok. Ich hatte mich vor der Reise im Internet über zwei Wasserfälle (Sendang Gile und Tiu Kelep) auf Lombok schlau gemacht und besuchte eben jene mit einem privaten Guide. Eines meiner absoluten Urlaubshighlights!

Diese Ruhe (bis auf die tosenden Sturzfluten natürlich^^), diese Friedlichkeit, die unberührte Natur, da musste man einfach unter dem Wasserfall baden – wir kennen es alle aus etlichen Shampoo- und Duschgel-Werbespots … Da muss man einfach rein, da kann man einfach nicht nein sagen!

Auf dem Rückweg durch den Dschungel Lomboks bot mir der Guide an durch ein Aquädukt zu rutschen.
„Ähm… ok… and what about spiders?“
„No spiders!”
„Promised?“
„No promises! :D“
Nunja, no risk, no fun – demnach: Bauch einziehen, hinlegen, treiben lassen und bitte rechtzeitig wieder aufstehen wenn man durch die Röhre durch ist und man nicht in eine Höhle gespült werden möchte. Ein sehr spannendes und lustiges Unterfangen, woran ich mich gerne zurückerinnere.

An zwei anderen Tagen besuchte ich die kleinen Nachbarinseln von Gili T. Gili Air und Gili Meno flashten mich mit ihren wunderschönen Stränden, vorgelagerten Riffen und staubigen Trampelpfaden rings um die Inseln. Hier war das Highlight eine große Schildkröte in ihrem natürlichen Umfeld beim Schnorcheln beobachten zu können. Das sind Momente die man nie vergisst!

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Nach dem ich ausreichend entspannt war auf Gili T. entschloss ich mich an einem der letzten Abende an einer Full Moon-Party am Strand teilzunehmen. Barfuss, am Strand mit Feuer, unterm Vollmond und natürlich mit wummernden Bässen, so wie man es sich immer vorstellt, verlief eine Party von der Baggerseen hier zu Lande nur träumen können…

Fortgesetzt wurde diese Party am nächsten Abend zum Sonnenuntergang auf einem Katamaran – inklusive Badestopp bei einer traumhaften Kulisse!

Wie ihr seht, habe ich sehr viel unternommen in meinen zwei Wochen in Indonesien. So viele Eindrücke und Erlebnisse – eine fantastische Reise ging leider zu Ende.
Bereits auf dem Rückflug (diesmal Gott sei Dank über Jakarta anstatt über Bali^^) träumte ich von einer Rückkehr und ich kann euch sagen, dass es nicht nur bei einem einzigen Traum bisher blieb…